1914 | Mitten in Europa | Das Rheinland und der erste Weltkrieg
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Der Beirat


„1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ wird begleitet durch einen wissenschaftlichen, interdisziplinär und international besetzten Beirat unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.


Manifest

des Wissenschaftlichen Beirates zum LVR-Projekt „1914 – Mitten in Europa“

Für eine europäische Erinnerung an den Ersten Weltkrieg!

Der Erste Weltkrieg ist der erste Krieg der europäischen Neuzeit, der sich lange Zeit nicht kommunizieren ließ. Was die Soldaten auf den Schlachtfeldern von Flandern erlebt hatten, überstieg alle bisherige Kriegserfahrung in einem Maße, das in Worten und Bildern kaum zu vermitteln war. Das verband die Kriegsteilnehmer diesseits und jenseits der Fronten. Dies bildet auch heute noch den Ausgangspunkt für eine gemeinsame europäische Erinnerung. Gleichwohl wird der Erste Weltkrieg in Europa ganz unterschiedlich erinnert. Vor allem für Briten, Franzosen und Belgier bleibt er allein schon aufgrund der überaus hohen Zahlen ihrer gefallenen, vermissten und verwundeten Soldaten, aber auch wegen des endlichen Sieges, stets der „Große Krieg“: The Great War, La Grande Guerre, De Groote Oorlog. In der Erinnerung der meisten Deutschen dagegen hat der Zweite Weltkrieg die Ereignisse des Ersten weithin überformt.

Fast ein Jahrzehnt dauerte es nach Ende des Krieges, bis der Bann der kollektiven Erinnerung in den beteiligten Nationen gebrochen war, erste Darstellungen in Film und Roman erschienen, in denen sich die Weltkriegsgeneration wiedererkannte. Doch kaum artikuliert, wurden die Erlebnisse des Krieges in Süd-, Mittel- und Osteuropa auch schon wieder überlagert von neuen Gewalterfahrungen. Die Erinnerungen in Ost und West trennten sich: In Belgien, Frankreich und Großbritannien bewahrten sie für die jüngere Generation vielfach ihre sinnstiftende Bedeutung, in Deutschland nicht. Die Lehren, welche die ältere Generation aus dem Ersten Weltkrieg gezogen hatte, erwiesen sich hier nach 1945 als nicht mehr zukunftsfähig.

So ging das Deutungspotential des Ersten Weltkriegs für die folgenden Katastrophen in Deutschland weithin verloren. Erst im Abstand mehrerer Generationen ergibt sich heute die Chance einer sicheren historischen Einschätzung. Deshalb kann der erste große Krieg des 20. Jahrhunderts nun auch in Deutschland wieder in die kollektive Erinnerung und die Erinnerungskultur im Sinne einer Völkerverständigung aufgenommen werden.

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg setzt sich zusammen aus unterschiedlichen lokalen, regionalen und nationalen Erfahrungen. Das Projekt „1914 – Mitten in Europa“ des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) hat sich der regionalen Perspektive verschrieben, die gleichwohl den nationalen und europäischen Kontext einbezieht. Dies ist das zentrale Anliegen des rheinlandweiten Verbundprojektes des LVR und seiner Partner. Das Rheinland ist die europäische Region, in der sich die Ambivalenzen jener Epoche wie in einem Brennglas gebündelt haben: Grenzland und Transferregion, Waffenschmiede und Zentrum moderner industrieller Kultur, Treffpunkt der europäischen Avantgarden und Projektionsfläche nationaler Mythen.


Statements der Beiratsmitglieder


Mitglieder

Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann (Vorsitzende), Düsseldorf; Prof. Dr. Stefan Berger (Stellvertretender Vorsitzender), Bochum; Prof. Dr. Christoph Cornelißen, Frankfurt; Prof. Dr. Dominik Geppert, Bonn; Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß, Aachen; Prof. Dr. Susanne Hilger, Frankfurt; Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld, Stuttgart; Prof. Dr. Lucian Hölscher, Bo-chum; Prof. Dr. Reinhard Johler, Tübingen; Dr. Uri Robert Kaufmann, Essen; Prof. Dr. Gudrun Marlene König, Dortmund; Prof. Dr. Bärbel P. Kuhn, Siegen; Prof. Dr. Gerd Krumeich, Düsseldorf; Dr. Catherine Robert, Paris; Dr. Herbert Ruland, Limbourg; Prof. Dr. Rolf Sachsse, Saarbrücken; Beate Schlanstein M.A., Köln; Prof. Dr. Ute Schneider, Essen; Prof. Dr. Regina Schulte, Bochum; Dr. Stefanie van de Kerkhof, Krefeld; Prof. Dr. Jürgen Wiener, Düsseldorf; Dra. Lita Wiggers, Maastricht

Veranstaltungskalender