1914 | Mitten in Europa | Das Rheinland und der erste Weltkrieg
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Ausführliche Presseinformation zum Projekt "1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg"


Das Projekt „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ ist initiiert und begleitet vom LVR-Dezernat Kultur und Umwelt. Den Auftakt bildet ein Kongress vom 23. bis 25. September 2013 im LandesMuseum Bonn. Mit dem anschließenden Themenjahr 2014 soll an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnert werden – der so genannten „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.


1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg

Das Themenjahr des LVR-Dezernats Kultur und Umwelt

Inhalt:

1. Ziel

2. Inhaltliche Brücke

3. Sinnbild der Hohenzollernbrücke

4. Chance der konzertierten Aktion

1. Ziel:

Das Projekt „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ wird initiiert und begleitet vom LVR-Dezernat Kultur und Umwelt. Den Auftakt bildet ein Kongress vom 23. bis 25. September 2013 im LandesMuseum Bonn. Mit dem anschließenden Themenjahr 2014 soll an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnert werden – der so genannten „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Dabei engagieren sich die LVR-Museen und die LVR-Kulturdienste, um die kulturellen Kompetenzen synergetisch zu nutzen und das Thema öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen. Darüber hinaus komplettieren Museen und Ausstellungshäuser an zwölf Orten in NRW mit unterschiedlichen Ausstellungen die Themenvielfalt.

Die jetzige Initiative wird von weiteren Anlässen begleitet: So jährt sich 2014 ebenso der ohne den Ersten Weltkrieg nicht zu denkende Beginn des Zweiten Weltkrieges zum fünfundsiebzigsten Mal. Der Fall der Mauer, der die Landkarte Europas nochmals radikal verändert hat, liegt 25 Jahre zurück. Außerdem wird es Veranstaltungen zum 1.200sten Todestag von Karl dem Großen geben, und damit die Bedeutung der Person hervorgehoben, die die Entwicklung Europas zu einem vergleichsweise einheitlichen Kulturraum in die Wege geleitet hat.

Diese Konstellation des Gedenkens legt es nahe, ein konkurrenzfähiges Großvorhaben auf de Weg zu bringen, das das kulturhistorisch verstandene Rheinland als Grenzregion und Transferraum in eine europäische Perspektive rückt und historische Bezügen mit aktuellen Fragestellungen verknüpft.

2. Inhaltliche Brücke

Preußisches Rheinland mit modernen Antagonismen von europäischer Aktualität

Der „Wilhelminismus“ des Deutschen Kaiserreichs wurde noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem mit der verhängnisvollen, den „Kasernengeist“ und „Kadavergehorsam“ der Wehrmacht prägenden Tradition des preußischen Militarismus in Verbindung gebracht. Dagegen steht die besonders nach 1900 rasante Entwicklung zur industriekapitalistischen Marktgesellschaft. Dieser Gegensatz hat gerade im Rheinland Spuren hinterlassen. Hier lagen schließlich die Zentren der ökonomischen Macht um Kohle und Stahl. Gerade Maschinenbau, Elektroindustrie und Chemische Industrie fassten im gesamten rheinisch-westfälischen Wirtschaftsraum Fuß. So tat sich eine soziogeographische Kluft auf zwischen dem „politisch progressiven, industriellen, wirtschaftlich aktiven, urbanen und meist katholischen Westen und der „„asiatischen Steppe“ Ostelbiens“ (Christopher Clark) auf.

Nicht von ungefähr trifft man in der Rheinprovinz, zudem mittelbares Grenzland zum „Erzfeind“ Frankreich, eine hohe Dichte an Denkmalen eines nationalistisch gefärbten Preußentums an. Bot doch auch das Rheinland geeignete Projektionsflächen: Sagen vom Rheingold wie „Die Nibelungen“ popularisierten schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts einen Nationalismus, dem sich weder der weinselige „Vater Rhein“ noch die romantische Loreley entziehen konnten.

In der gegenwärtigen Forschung zum Kaiserreich sind zunehmend dessen Leistungen für eine Modernisierung von Staat und Gesellschaft in den Blickpunkt geraten, während die Beiträge der wissenschaftlichen und künstlerischen Moderne schon länger Beachtung gefunden haben. Stichworte für den gesellschaftlichen Fortschritt lauten Verwaltungs- und Bildungsreform, Wirtschaftsförderung, Infrastrukturpolitik und Städtebau. Für die heftig umkämpfte kulturelle Modernisierung dieser Zeit stehen etwa die ausgefallene Formensprache des „Frühexpressionismus“, die für die europäische und amerikanische Kunst und Kunstpräsentation so einflussreiche Sonderbundschau von 1912 sowie die „Werkbundausstellung“ von 1914. Auch hier ist das Rheinland partiell zukunftsweisender als etwa die zur kontinentalen Mega-Metropole aufsteigende Hauptstadt Berlin.

In vielerlei Hinsicht weist der behandelte Zeitabschnitt überraschend viel Ähnlichkeit mit der Gegenwart auf. Globalisierung (Kolonialismus), die Verbreitung neuer Medien (Illustrierte, Farbfotografie, Stummfilm), Auseinandersetzung zwischen technischen Großprojekten und Landschaftsschutz (forcierte Wasserkraftnutzung) mögen hier als Schlüsselworte sowohl für Traditionserschütterung wie Zukunftsoptimismus auf nahezu allen Ebenen genügen. Dies lenkt die Sicht auf eine nur scheinbar so ferne Epoche, die schon ein deutsches Wirtschaftswunder mit für die Nachbarstaaten beängstigenden Exportüberschüssen kennt. Sie lässt auch mit verändertem Blick zurückschauen auf die eigene Gegenwart.

3. Sinnbild der Hohenzollernbrücke

Vier martialische Reiterstandbilder preußischer Könige und deutscher Kaiser der Hohenzollern-Familie säumen die 1905-1911 erbaute Eisenbahnbrücke über den Rhein. Die auf Geheiß Kaiser Wilhelms II. ausdrücklich so benannte Hohenzollernbrücke, die wie die Vorgängerin auf die Achse des Kölner Doms ausgerichtet ist, war bis 1945 mit zwei mächtigen, hoch aufragenden neuromanischen Torbauten versehen, während eine dreifach parallelisierte, dreibogige Stahlkonstruktion Mitteleuropas dichtestes Verkehrsaufkommen über den Fluss leitete. Sinnfällig verband diese außerordentliche Stromüberquerung mit den schmückenden Brückenkopfbauten und Reiterstatuen imperiales kaiserliches Gehabe mit einer technischen wie formalästhetischen Avantgarde, wie sie die mächtigen Bogenkonstruktionen zum Ausdruck bringt.

4. Chance der konzertierten Aktion

Eine Gesamtschau zur Epoche um den Ersten Weltkrieg, für die der LVR mit seinen Freilicht-, Industrie- und Kunstmuseen sowie seinen weiteren kulturellen Dienststellen in besonderer Weise prädestiniert ist, gibt es bislang nicht. Gerade seine kulturelle Multikompetenz ermöglicht ein Auftreten, die in der zu erwartenden Konkurrenz der Veranstaltungen und Ereignisse im Jahr 2014 als Alleinstellungsmerkmal bestehen kann.

Damit übernimmt das Projekt insgesamt eine Brückenbauerfunktion, die nicht nur die überragende Stellung des LVR als kultureller Dienstleister in der Region anschaulich werden lässt und profiliert.

Das Programmheft „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ weist das vollständige Angebot mit inhaltlichen Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen aus. Anfragen dazu richten Sie bitte an die Projektassistenz, Frau Stephanie Buchholz (S.Buchholz@rheinlandkultur.de).


Pressemitteilung zum Download (PDF, 270 KB)

Veranstaltungskalender

Pressekontakt

Birgit Ströter

LVR-Fachbereich Kommunikation

Tel 02 21 809–7711

E-Mail: Birgit.Stroeter@lvr.de